„Der Ruf der Wildnis“ – Kanutour auf dem Yukon-River

Ein eindrucksvoller Bildvortrag über eine außergewöhnliche Kanutour auf dem Yukon-River interessierte zahlreiche Besucher. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Schwäbischen Albverein Münsingen. Werner Goller war bereits im vergangenen September auf diese Abenteuertour im Alb Boten aufmerksam geworden. Über viele Wochen hinweg stand er dann im intensiven Kontakt mit Jürgen Marschinke, dem Organisator dieser außergewöhnlichen Kanutour. Er kommt aus der Nähe von Gießen und hat der seinen Erlebnissen in der Wildnis Kanadas berichtet.

Das Interesse war groß: Insgesamt 135 Besucherinnen und Besucher kamen, um die faszinierenden Eindrücke dieser besonderen Reise zu erleben. Jürgen Marschinke schilderte eine Kanutour mit sechs Teilnehmern auf dem legendären Yukon-River – einer Region, die für ihre unberührte Natur, ihre Geschichte und ihre Tierwelt bekannt ist. Mit drei Kanus und dem Versprechen „Einer für alle, alle für einen“ begann die mehrtägige Expedition. Mit dabei waren auch zwei Älbler, Günter Eisenhart aus Münsingen und Albrecht Theurer aus Mehrstetten.

Der Yukon-River ist ca. 3000 km lang, liegt ganz im Westen Kanadas, durchfließt dann Alaska und mündet ins Bering-Meer. Das Yukon-Territorium ist etwa doppelt so groß wie Deutschland, zählt aber nur 45.000 Einwohner.  Die Teilnehmer benötigten für ihre ca. 400 km lange Flussfahrt 13 Tage. Für diese Zeit mussten sie die gesamte Verpflegung selbst mitführen. Unterwegs gab es keine Möglichkeiten für Einkäufe. Täglich galt es, geeignete Plätze für das Camp zu finden und sich den Herausforderungen der Wildnis zu stellen.

Auf dem Fluss herrschte dabei eine besondere Disziplin: Während des Paddelns wurde nicht gesprochen, um die Natur und die Tierwelt entlang des Flusses bewusst wahrzunehmen und mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Die Gruppe erlebte zahlreiche Begegnungen mit Wildtieren. Dazu gehörten unter anderem ein Schwarzbär im Uferbereich und einer, der etwa zwei Kilometer die drei Kanuboote begleitete, eine Elchkuh mit ihrem Kalb sowie ein Luchs. Auch Weißkopfadler konnten die Abenteurer beobachten. Besonders beeindruckend waren auch die Warnhinweise über den Vielfraß – ein Tier, welches nur „tötet um zu töten“ und dem in der Wildnis mit großem Respekt begegnet wird und das unter Abenteurern einen legendären Ruf besitzt.

Entlang des Yukon-Rivers stießen die Kanufahrer zudem immer wieder auf verlassene Stationen und verfallene Blockhütten aus der Zeit der Goldsucher. Diese stummen Zeugnisse erinnerten an die harte Vergangenheit der Region und vermittelten einen Eindruck davon, wie beschwerlich das Leben während des Goldrausches gewesen sein muss.

Der Vortrag bot den Zuhörern spannende Einblicke in eine Welt fernab der Zivilisation – eine Welt, in der Natur, Ruhe und Abenteuer noch unmittelbar erlebt werden können. Die beeindruckenden Bilder und lebendigen Schilderungen machten deutlich, warum der Yukon-River für viele als Sinnbild für den „Ruf der Wildnis“ gilt. Dieser Reisebericht erzählte nicht nur von Landschaften. Er erzählte auch von Mut sich auf das Unbekannte einzulassen, den Komfort hinter sich zu lassen und sich auf die Kraft und die Vorgaben der Natur zu konzentrieren.

Werner Goller bedankte sich zum Abschluss bei den interessierten Besuchern fürs Mitreisen in eine Wildnis, die man wirklich im Saale spüren konnte – und natürlich besonders bei den Abenteurern und den Referenten Jürgen Marschinke, die diese aufregende Kanutour auf sich genommen haben.