Wanderung bot Albkino vom Feinsten

Nicht nur von den Höllenlöchern zeigten sich die Weitwanderer fasziniert Foto: Sabine Zeller-Rauscher

48 Kilometer zu Fuß von Münsingen nach Reutlingen. Für manche unvorstellbar. Für Weitwanderer machbar, wie sich bei der dritten Weitwanderung zeigte.

Von Sabine Zeller-Rauscher

26.04.2026

Bei der dritten, von Michael Hägele organisierten Weitwanderung des Schwäbischen Albvereins war schnell klar. Das ist kein normaler Spaziergang. Das ist ein landschaftlicher Volltreffer und eine durchaus sportliche Ansage.

Los ging’s im ersten Licht des Tages am Bahnhof Münsingen bei 5 Grad. Neben dem Vogelgesang lag ein ganz besonderes Knistern in der Luft. Eines, das verkündete: Der Tag wird lang, der Tag wird anstrengend, aber bestimmt wunderschön. Schritt für Schritt machten sich die Wanderer zunächst auf in Richtung Rietheim. Nach dem ersten Drittel der Wanderung wartete an der Sirchinger Sportanlage bei schönstem Kaiserwetter bereits das vom Albverein organisierte Frühstück. Iris und Sven, die Macher des Ganzen, hatten ganze Arbeit geleistet.

Wilde Kante der Alb

Danach ging’s rein ins Herzstück der Wanderung: den Albtrauf. Diese wilde Kante der Schwäbischen Alb, die nicht einfach nur Landschaft ist, sondern Charakter. Wer glaubt, von Münsingen nach Reutlingen läuft man locker flockig bergab, hat die Rechnung ohne die Alb und ohne die Weitwanderstreckenmacher Michael Hägele und Steffen Lautenschlager gemacht. Über 1000 Höhenmeter später wussten alle, dass dies auch anders geht.

Der Weg am Albtrauf entlang war ein ständiges Auf und Ab. Ein knackiges Spiel mit den Kräften. Aber auch ein wunderbares Geschenk. Egal, ob oberhalb des Fischteichs, des Uracher Wasserfalls… oder von der Achalm aus. Am Venedigerloch wagten einige sogar ihre ersten Kletterversuche. In der Höhle angekommen, war ein faszinierendes Innehalten und Staunen angesagt. Ebenso an den Dettinger Höllenlöchern. Und immer wieder dieser unglaublich faszinierende Blick in die Weite. Weit über den Fernsehturm von Stuttgart hinweg. Albkino vom Feinsten, dazu immer wieder informative Einlagen von Geografielehrer Hägele. Um die Mittagszeit war ein Halt an der Rohrauer Hütte angesagt.

Schatten suchen, Kräfte sammeln

Eine Kleinigkeit essen, Flaschen füllen, Schatten suchen, Kräfte sortieren: Das  war kein Fehler. Alles wurde noch gebraucht. Und zwar ordentlich. Stunden später fällt am Fuße der Achalm die Marathonmarke. Einige bekommen Respekt, vor all denen, die das Ding in gut zwei Stunden in den Asphalt fräsen. Es folgt die Achalm selbst. Steil, heiß, irgendwie gnadenlos. Die Sonne kannte kein Erbarmen. Die Beine von einigen noch viel weniger. Aber aufgeben? Für die meisten, keine Option.

Fast oben, am Parkplatz des Restaurants, wartete etwas, womit keiner gerechnet hat. Frank, der Mann von Mitwanderin Ingrid, stellte feinsten Sekt aus Esslingen samt Brezeln und ein wohltuendes Lächeln bereit. Flüssige Motivation, die der der letzten Etappe irgendwie Flügel verlieh. Die restlichen Treppen und Schritte zum Zentralen Omnibusbahnhof vergingen dann wie im Flug. In der Wilhelmstraße drehten sich Passanten nach den Wanderern mit ihren bunten Rucksäcken, ihren staubigen Schuhen und ihren müden Gesichtern, die dennoch vor Stolz strahlten, um. „Ich habe heute etwas ganz Besonderes erlebt und geleistet“, schien den Weitwanderern ins Gesicht geschrieben zu sein.

48,19 Kilometer standen am Ende auf der Sportuhr. 13 Stunden und  38 Minuten waren die Wanderer unterwegs. Neun Stunden und neun Minuten davon in Bewegung. Und irgendwo zwischen all den Kilometern und Stunden tauchte auch jede Menge Dankbarkeit auf. Weil all dies ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich gewesen wäre. All die Wege, die Stufen und schönen Wanderideen sind mit Arbeit verbunden. Mit viel Arbeit, welche Ehrenamtliche des Schwäbischen Albvereins leisten und somit dieses wunderschöne Netz am Leben halten.

Blütenwanderung mit bester Panoramasicht.

Der  Schwäbische Albverein Ortsgruppe Münsingen hatte kürzlich zu einer Blütenwanderung rund um die Metzinger Weinberge eingeladen. Unter der Führung von Wanderführer Gerhard Kloker waren es 15 Teilnehmer, welche an diesem Sonntag bei gutem Wanderwetter und bester Fernsicht die reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft genießen konnten.

Die Rundwanderung begann am Wanderparkplatz

beim Sportplatz Kappishäusern und ging zunächst zum Hofbühl. Nach einer gemütlichen Einkehr im Naturfreundehaus Falkenberg ging es den Grenzweg entlang zum Tobel des Stauferbachs und hinauf auf den Floriansberg. Von dort oben präsentierte sich eine fantastische Rundumsicht ins Albvorland und entlang am  Albtrauf von der Burg Teck bis zum Schloss Hohenzollern. Zum Abschluss der gelungenen Wanderung ging es zur verdienten Einkehr nach Auingen in den Gasthof Ochsen.

 

Familienwanderung zur Olgahöhle

Bei bestem Wanderwetter trafen sich am 9. Mai 2026 fünf Erwachsene und acht Kinder der Familiengruppe des Schwäbischer Albvereins Ortsgruppe Münsingen in Honau. Ausgestattet mit einer eigens gestalteten Kinderwanderkarte voller Rätsel und Aufgaben machte sich die Gruppe unter der Leitung von Marion Pfleiderer zunächst entlang der Echaz auf den Weg zur Olgahöhle.

Dort wurde die Wandergruppe bereits von Höhlenführer Frank Schüler erwartet. Mit viel Wissen und spannenden Geschichten nahm er Groß und Klein mit auf eine faszinierende Reise in die Unterwelt von Honau. Besonders beeindruckend war die Erklärung, warum die Höhle parallel verlaufende Gänge besitzt und wie der sogenannte „Blumenkohl“ – in der Fachsprache Schizotrik-Kalotten – entstanden ist. Kurz bevor es wieder ans Tageslicht ging, entdeckten die Kinder noch den Höhlenzwerg Höhli, zu dessen Auffinden Herr Schüler ebenfalls eine unterhaltsame Geschichte erzählen konnte. Für ihre Teilnahme erhielten alle Kinder einen Sticker für ihren Höhlenforscherpass.

Anschließend führte die Wanderung weiter in Richtung Felsenlabyrinth. Nach dem anstrengenden Anstieg wartete dort hinter den Felsen eine kleine süße Überraschung auf die Kinder. Wieder bergab angekommen, konnte sich die fröhliche Gruppe an der Echazquelle erfrischen. Das letzte Stück bis zum Parkplatz wurde teilweise mit nassen Kleidern und quietschenden Wanderstiefeln zurückgelegt – bei dem herrlichen Wetter allerdings kein Problem, zumal trockene Wechselkleidung schon im Auto wartete.

Zum Abschluss ließ die Gruppe den gelungenen Nachmittag bei einem gemütlichen Bring-and-Share-Picknick nahe dem Kneippbecken ausklingen. Für die Kinder gab es außerdem einen Hackysack, der sofort begeistert ausprobiert wurde. Und auch die Echaz lockte noch einmal zum Spielen ins Wasser – sodass spätestens jetzt niemand mehr trocken blieb.

Die Familiengruppe blickt auf einen rundum gelungenen Nachmittag zurück und freut sich bereits auf die nächste gemeinsame Wanderung.

Foto: Marion Pfleiderer